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Dämmung als zweite Luft- und Winddichtung

Der Marder zerwühlt nicht nur die Dämmschichten, sondern zerstört auch die Folien an der Warm- und an der Kaltseite, mit dem Erfolg, daß die Wohnräume kalt und zugig werden. In dem hier oben abgebildeten Haus konnte vor unserer Mardersanierung im Blower-Door-Test kein Druck aufgebaut werden - es war löchrig wie ein Schweizer Käse.

Die zerstörten Dampfbremsfolien, Dämmschichten und Unterspannbahnen wiederherzustellen, wäre einem kompletten Neuausbau gleichgekommen und nicht bezahlbar gewesen. Wir haben das Dach durch verdichtetes Ausflocken für überschaubares Geld wieder winddicht bekommen, mit einem dokumentierten n50-Wert von 4,59 h-1 (d.h. 4,59-facher Luftwechsel innerhalb einer Stunde bei 50 pa Druckdifferenz zwischen innen und außen, je niedriger der Wert, desto besser). Zum Vergleich: die Grenze nach EnEV liegt bei 3 h-1, Altbauten im Bestand liegen bei 4 bis 12 h-1.

Über die luft- und winddichtende Wirkung der Dämmung ("luftdicht" meint im Fachjargon die Dichtung an der Warmseite, "winddicht" diejenige an der Kaltseite) kannten wir damals noch keine "offizielle" Dokumentation (das war unser Projekt Nr. 0644 aus dem Jahr 2011). Inzwischen ist es aber "amtlich": in der Fachzeitschrift "Holzbau Quadriga" Nr 5/16 (Dezember 2016) Seite 22 - 27, faßt Robert Borsch-Laaks, Sachverständiger für Bauphysik in Aachen, die bisherigen Veröffentlichungen zum Thema "Dichtung durch Dämmung" zusammen und beschreibt als konkretes Gebäude das Gästehaus des EUZ in Springe, das vor 25 Jahren mit Zellulose gedämmt worden war und jetzt bei einem Blower-Door-Test immer noch top-Werte aufweist. Kurz gefaßt: Dämmung ersetzt zwar nicht immer die Luftdichtheitsmaßnahmen z.B. durch Folien und Klebebänder, vor allem nicht da, wo Ein- und Austrittsstelle nah beinander liegen und die Dämmung nicht verdichtet eingeblasen werden kann. Aber umgekehrt formuliert:

Je besser die Dämmung verdichtet wird, und je länger die Luftwege durch die Dämmschichten sind, desto größer ist der Durchströmungswiderstand durch die eingeblasene Zellulose
.

Dieser Satz sollte in seiner Schlichtheit eigentlich auch schon in sich überzeugen, aber ein wissenschaftliches Experiment mit wissenschaftlicher Dokumentation in einer anerkannten Fachzeitschrift hat eben eine andere Reichweite als der bloße gesunde Menschenverstand.