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Steuer-Ermässigungen und KfW-Förderungen


Energetische Einzelmaßnahmen in selbstgenutzten Wohnhäusern nach § 35c EStG ("20% auf alles", seit 2020)

Mit dem Klimapäckchen Ende 2019 wurde der § 35c EStG neu eingeführt. Versprochen werden Steuerermäßigungen: die ersten 2 Jahre 7% der Aufwendungen, im dritten Jahr 6%, macht zusammen 20%. Lesen Sie den § 35c EStG genau, denn er ist gespickt mit kleinen Einschränkungen hier und Fußangeln da.

Der Unterschied zum seit 2009 geltenen § 35a EStG liegt in der Berechnungsgrundlage:
  • nach § 35a erhalten Sie 20% der Arbeitskosten,
  • nach dem neuen § 35c erhalten Sie 20% der Gesamtkosten.

 Mehr lesen zu Fachunternehmen i.S.d. § 35c EStG und zu Mindestanforderungen

Als "Fachunternehmen für Wärme-, Kälte- und Schallisolierungsarbeiten" (so werden wir in § 2 Abs. 1 ESanMV bezeichnet) werden wir die "Bescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster" (Seite 23 der Drucksache) abgeben, sobald es ein amtlich vorgeschriebenes Muster gibt. Dieses Muster ist aktuell (Anfang Februar 2020) noch nicht veröffentlicht, wir warten.

Und, sowieso gilt: da wir nicht als Steuerberater ausgebildet sind, die staatlichen Regulierungen inzwischen so kompliziert sind, daß selbst das BMF sie nicht mehr versteht, wir Ihre persönliche steuerliche Situation nicht kennen und die rechtlichen Rahmenbedingungen sich schnell ändern, übernehmen wir für die Richtigkeit oder Anwendbarkeit dieser Auskünfte keine Gewähr.

Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen nach § 35a EStG ("20% auf Arbeitskostenanteil", seit 2009)

§ 35a EStG Abs. 3 der Fassung gültig ab 01.01.2009 erlaubt es dem Auftraggeber, bei handwerklichen haushaltsnahen Dienstleistungen (Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen) die in der Rechnung ausgewiesenen Arbeitskosten steuerlich geltend zu machen:

Bis 6.000 € Arbeitskosten pro Jahr x 20% = bis 1.200 € Abzugsbetrag von der Einkommensteuer (2008 war es die Hälfte). Dieser Abzugsbetrag mindert die Steuerlast und nicht etwa nur das zu versteuernde Einkommen. Die Arbeitskosten entstehen bei uns je nach Personalstärke in Höhe von ca. 400 bis 800 € je Arbeitstag und werden in unserer Rechnung bescheinigt. 

KfW-Förderung

  • Für Einzelmaßnahmen der energetischen Sanierung werden bis zu 20% von max. 50.000 € Gesamtkosten gefördert, also bis zu 10.000 € Zuschuß. Die Untergrenze liegt bei 300 € Fördergeld = 1.500 € Baukosten.

  • Energieeffizient Sanieren (also umfangreiche Maßnahmenpakete) gibt es als Investitionszuschuß und als Darlehensvariante. Gefördert wird die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus unter Begleitung durch einen anerkannten Sachverständigen oder Energieberater. Je höher die KfW-Effizienzhaus-Klasse (100, 85, 70, 55), desto höher der Fördersatz (27,5%, 30%, 35%, 40%).

Lohnt sich die Mühe?

Vorab stellt sich die Frage, warum der Staat Dinge fördert, was er fördert und und wie er fördert. Kurz: bevor man sich in den Paragraphendschungel stürzt, sollte man sich überblickshaft fragen, ob sich der Antrags- und Rechercheaufwand überhaupt lohnt. Hier ein paar Aspekte dazu:
  • Förderpolitik ist Schaufensterpolitik.
    Der Fördermittelgeber will Aufmerksamkeit erzeugen und Signale setzen. Wenn Verbote und Strafen in der Umsetzung zu mühsam erscheinen, greift "der Staat" (EU, Land, Kommune ...) auch gern zu Geboten und Fördermitteln. Die Fördermittel werden ins Schaufenster gestellt und lauthals beworben ("Geld zu verschenken!!"), und der zuständige Politiker oder die amtierende Regierung hofft, dies würde sich zudem noch in Wählerstimmen auszahlen.

    Problem:
    jeder Euro, der ausgezahlt wird, liegt nicht mehr im Schaufenster.
    Das Geld soll also so lange wie möglich im Schaufenster liegen bleiben, dort hell blitzen und so langsam wie möglich abschmelzen.
    Also wirbt man mit hohen Beträgen, nennt groß die zu fördernde Bausumme und in kleiner Schrift den auszuzahlenden Förderbetrag, gibt zinsverbilligte Kredite in Niedrigzinszeiten und verteilt das Geld auf mehrere Jahre, damit das aktuelle Haushaltsjahr nur einen Bruchteil der eingegangenen Verpflichtungen abbildet. Nicht gerade praktisch für den Bauherren, der ja seine Baukosten mit Abschluß der Maßnahme vollständig zahlen muß - und sei es, mit einer Bankenfinanzierung. Beliebt sind immer noch Steuervorteile, entweder als Minderung des zu versteuernden Einkommens oder als Steuerminderung. Rentner und Geringverdiener (insbes. in ländlichen Gegenden), die zwar Immobilieneigentümer sind, aber nicht reich, gehen leer aus, weil sie nicht oder nur in geringem Umfang steuerpflichtig sind. Ganz aktuell (Anfang 2020) schon wieder im § 35c EStG - sie lernen es einfach nicht.

  • Mißbrauchsangst und Bürokratie.
    Jedes zu verschenkende Geld lockt Fachleute an, die versuchen, die Regeln maximal zu ihren Gunsten zu dehnen. Das wiederum sorgt unvermeidlich für komplizierte Regeln und lange Antragsformulare.

  • Gefördert werden vorrangig Dinge, die ohne Förderung nicht gemacht werden. Das kann durchaus sinnvoll sein, wenn es um Dinge mit niedrigen privaten Gewinnen und hohen gesellschaftlichen Kosten geht.
    Mit eingem gegebenen Budget kann man wenige Altbauten mit viel Geld pro Haus in Passivhäuser verwandeln (so will es die KfW), oder man kann viele Altbauten mit wenig Geld pro Haus so dämmen, daß ihr Energiehunger erst einmal halbiert wird - das halten wir für sinnvoller, aber die Bundesregierung hat das noch nicht verstanden.

  • Alles, was sinnvoll ist und gefördert wird, bekommt einen Geruch von Sinnlosigkeit und erzeugt Mißtrauen: "Warum fördern die das, wenn es doch sowieso sinnvoll ist, wo ist hier der Haken?".
Gerade bei kleineren Einzelmaßnahmen vergeht oft ein Jahr zwischen Entschluß und Bewilligung, und dieses eine weitere Jahr mit überhöhten Heizkosten, plus Energieberater, plus eigenem bürokratischen Aufwand, ist schon größer als das Geldgeschenk vom Staat. Prüfen Sie nüchtern. Manchmal lohnt es sich, manchmal aber auch nicht, dann sollten Sie die Reißleine ziehen.