Kosten und Finanzierung
 Klimakampagne
 Forderungen
 Allgemeines
 Wer wir sind
 Klimapolitik der Bundesregierung
 "Ihr seid doch auch bloss ne Lobby"
 Impressum
 Politikerkorrespondenz
 Kundenbewertungen
 Medien / Presse

Hindernisse und die Folgen fürs Klima

Seit über 10 Jahren arbeiten wir als Fachbetrieb, der sich ausschließlich mit Einblasdämmung beschäftigt, gegen ein Geflecht von unterschiedlichsten Hindernissen an (hier nochmal in Kurzform) ...
  • in Normen,
  • in den Medien,
  • in der Ausschreibungspraxis,
  • in Gesetzen und Verordnungen,
  • und im Wissensstand (bzw. in der Ausbildung) von Architekten, Ingenieuren, Hausverwaltern und allen, die sonst noch Dämmarbeiten planen.

Die Folgen

  • Die meisten Dämmarbeiten unterbleiben, weil die Menschen nicht wissen, daß es diese Möglichkeiten gibt. Viele kennen zwar Einblasdämmung an sich, aber nur einen kleinen Teilaspekt davon, am häufigsten die Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk. An ihre Geschoßdecke, Kellerdecke oder das Dach denken sie überhaupt nicht, oder wenn doch, rechnen sie mit Kosten um die 60 bis 120 €/m² (für Aufreißen & Matten einlegen) und lassen es bleiben, statt es für 20 bis 30 €/m² (in Einblasdämmtechnik) machen zu lassen.

  • Erklärungsaufwand: kein Dachdecker muß erklären, warum man Dächer decken muß, und vor allem nicht, wie er glaubt, Glaswollmatten paßgenau zuschneiden zu können, wie damit eine vernünftige Winddichtheit, ein robuster Feuchtehaushalt oder ein guter sommerlicher Wärmeschutz hergestellt werden kann. Wir müssen für die eingeblasene Dämmung Dinge erklären, die eigentlich klassische Risiken der Glaswollmatten sind.

  • Um rechtlich korrekt zu arbeiten, müssen wir fast jedem dritten Auftrag den Kunden auf Dinge hinweisen im Stile von
    "Die Dachdecker-Fachregeln (oder der § 123 der xy-Verordnung oder DIN ...) schreiben vor ... Seit ca. 30 Jahren wird das im Holzbau völlig anders gemacht, weil´s erheblich günstiger ist, besser funktioniert und auch noch von mehreren bauphysikalischen Forschungsinstituten (Aufzählung) belegt ist. Wenn Sie den Auftrag erteilen, erklären Sie sich damit einverstanden und verzichten auf Einhaltung der Dachdecker-Fachregeln."
    Ein Beispiel: das Wagnerdach.

  • Das Aufklären über verfehlte Vorschriften kostet Zeit, und ab und zu kostet es auch Aufträge. Dächer oder Geschoßdecken bleiben dann ungedämmt. Übergangsweise könnte eine "kollektive Aufklärungskampagne" von "offizieller Stelle" helfen, bis die Normenänderungen durch alle Gremien und Bedenkenträger abgesegnet worden sind.

  • Zeitraubend sind entsprechend die Kunden, die anfangs von uns überzeugt sind, dann aber von einem "Experten" bearbeitet werden (worunter sich durchaus auch Architekten befinden, aber natürlich auch Verwandte, Nachbarn und Arbeitskollegen). Dieser "Experte" äußert dann jede Menge Bedenken, will sich aber nicht mit uns direkt unterhalten.
Nur aber um eines auszuschließen:

Verschwörungstheorien
über die finanzkräftigen Lobbies der "großen" Dämmstoffhersteller gehen am Kern des Problems vorbei. Rockwool, Saint Gobain, BASF, Xella & Co. werben für ihre Produkte. Das ist ihr Job, und die Produkte sind, richtig eingesetzt, gut bis unverzichtbar.

Vorwürfe kann man berechtigterweise richten an Politiker und Ministerialbeamte, die sich nicht nur informieren, sondern von "den Großen" einseifen lassen und unkritisch denen folgen, die am lautesten (oder am geschicktesten) für ihre Interessen werben, Politiker und Ministerialbeamte, die selbst dann noch nicht hinhören, wenn ein "kleiner" Verband gute Argumente hervorbringt, mehrmals, schriftlich und in Gesprächen. Es kommt nicht mehr darauf an, was jemand sagt, sondern wer es sagt.

Ein Lösungsansatz


Um das "Geflecht von Hindernissen" aufzulösen, braucht es einen sehr differenziert bestückten Instrumentenkoffer. Die nachfolgend beschriebenen verschiedensten Gesetze, Verordnungen und Normen müssen langfristig angefaßt werden, aber auch eingefahrene Abläufe und "baualltägliches Brauchtum". 

Die Forderungen im einzelnen -
Hindernisse und wie sie beseitigt werden können


1. Planer denken meist konventionell, ...
was in unserem Gewerk bedeutet: "Bauteil aufreißen, technisch trocknen, Glaswollmatten hineinstopfen, Außenschichten wieder neu aufbauen". Einblasdämmung kommt in der Gedankenwelt vieler Planer überhaupt nicht vor.

Deswegen spielt es gar keine Rolle, daß diese Arbeiten mit Einblasdämmtechnik deutlich günstiger, bauphysikalisch besser und schonender für die Bewohner wären. Wenn es vom Planer nicht wenigstens als Alternative ausgeschrieben ist, erfährt kein Einblasdämmer davon und kann auch kein "Neben"- bzw. Gegenangebot erstellen. Als Folge wird die Dämmung teurer und schlechter (mehr dazu in Punkt 3), oder sie wird aufgeschoben.


2. Bündelung von Gewerken in Losen
Erfahrungsgemäß werden Dämmarbeiten in den Dachdecker- und Trockenbauer-Gewerken untergebracht. Die melden in den seltensten Fällen Bedenken an (z.B. wegen mangelnder Luft- und Winddichtheit, Kondensatrisiken, Schallschutz, Brandschutz etc.), um nicht als Querulanten zu gelten. Die Aufträge werden von Dachdeckern und Trockenbauern schon abgefangen, bevor der Einblasdämmer überhaupt Wind davon bekommt. Mit suboptimalen Dämmergebnissen, die richtig Heizenergie kosten oder auch zu Bauschäden führen, wie im nächsten Punkt ausgeführt:


3. Fachwissen
Niemand muß alles wissen, niemand kann alles wissen. Aber dann kann man fragen.

Es ist leider keine Seltenheit, daß wir in Ausschreibungen "Zellulose offen aufgeblasen, 60 kg/m³" lesen (mehr als 38 kg/m³ ist technisch nicht möglich), oder "Zellulosedämmung WLG 035" (besser als WLG 038 ist am Markt nicht erhältlich) ...

 Weiterlesen


Maßnahme zu 1., 2. und 3.:

  • Vorschrift oder Empfehlung, ab einer bestimmten Größe Dämmarbeiten separat auszuschreiben.
  • Einblasdämmung muß Inhalt in der Ausbildung von Architekten, Bauingenieuren, Energieberatern und Hausverwaltern werden.

Maßnahme zu 3.: Aufklärungskampagne, und im Gebäudeenergiegesetz (GEG) auf die kalte Hinterlüftung von Dämmschichten hinweisen, die verhindert werden muß. Ebenso die Feuchteberechnung - Begriffe wie Trocknungsreserve, Glaser und hygrothermische Simulation müssen so aufbereitet werden, daß sie für Planer leicht "nachgeschlagen" werden können.

4. Brandschutzregeln
Zellulose ist z.B. wegen der feuchtestabilisierenden Wirkung wichtig, gilt aber als "normal entflammbar" und wird daher von manchen Planern gemieden, obwohl sie im eingebauten Zustand deutliche Vorteile auch im Brandfall hat!
Paradox? Hier mehr dazu

Maßnahme: Brandschutzeinstufungen / -kriterien überarbeiten!


5. Wohnungseigentümergemeinschaften
Von einer Dämmung der obersten Geschoßdecke profitiert naturgemäß hauptsächlich die oberste Etage. In Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG´s) haben aber die "Zwischengeschoßler" die Mehrheit, sollen die Dämmung mitbezahlen ("Gemeinschaftseigentum") und sperren sich. Bei der allgemein üblichen Verteilung der Heizkosten zu 70% nach Verbrauch und 30% nach Fläche profitieren sie zwar auch, aber weniger, und selbst das ist ihnen zudem meist nicht bewußt. Folge: die Dämmung unterbleibt, oft sogar dann noch, wenn die Dachgeschoßler anbieten, alles zu bezahlen.
Analog läuft es genau so bei Kellerdeckendämmungen.

Maßnahme: Geschoßdeckendämmpflicht in ca. 6 Jahren mit einer Sanktion belegen, WEG-Recht ändern.


6. DIN-Vorschriften und Gesetze
Gesetzes- oder Verordnungstexte müssen aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit öffentlich zugänglich sein.
DIN-Vorschriften sind nicht öffentlich zugänglich, man muß sie für ca. 150 bis 450 € je Einzelvorschrift kaufen. Sie gehören daher nicht in Gesetzes- oder Verordnungstexte. Natürlich ist eine Abstimmung zwischen Gesetzesinhalten einerseits und weit verbreiteten Normen andererseits sinnvoll und geboten - aber in diesen Fällen müssen die entsprechenden Inhaltsbestandteile in den Gesetzen wiedergegeben werden.

DIN-Normen hängen streckenweise Jahrzehnte hinter dem Stand der Wissenschaft und Technik hinterher, und wenn sie reformiert werden, werden sie dadurch nicht besser.

  Weiterlesen


Maßnahme: DIN raus aus Gesetzen und aus der VOB, Inhalte in den Regulierungstext! Es gibt auch andere anerkannte Normungsinstitute, z.B. den WTA (Wissenschaftlich-technischer Arbeitskreis für Denkmalpflege und Bauwerksanierung e. V.), die erheblich näher an der Wirklichkeit arbeiten.


7. Nachweisfreie Musterlösungen
Fast alle nachträglichen Ertüchtigungen von Schräg- und Flachdächern erfolgen außerhalb der "allgemein anerkannten Regeln der Technik" (a.a.R.d.T.). Das liegt daran, daß diese Regeln nur das beschreiben, was mit Mineralwolle und Polystyrol funktioniert. Das weitaus größere Einsatzspektrum von sorptiven Dämmstoffen wie Zellulose und Holzfaser wird nicht berücksichtigt, weil die Vorteile dieser Dämmstoffe ja dann erheblich sichtbarer wären.

Das bedeutet gegenwärtig: klärt man den Kunden vor Auftragserteilung nicht auf und macht zur Bedingung, daß er auf die Einhaltung der a.a.R.d.T. verzichtet, läuft man Gefahr, daß der Kunde sich hinterher an der Dämmung erfreuen kann, ohne zu zahlen.

Mehr nachweisfreie Musterlösungen würden uns aber vor allem sehr viel Erklärungsaufwand ersparen. Wir könnten uns sinnvolleres vorstellen, als einzelne a.a.R.d.T. zu "zerlegen".

Maßnahme: "Nachweisfreie Musterlösungen" für typische Dämmlösungen im Bestand festlegen und vom Gesetzgeber absegnen lassen!


8. Staatliche und halbstaatliche Informationskampagnen

Für die Informationskampagne haben wir dafür schon die passende Organisation - die DENA (Deutsche Energie-Agentur), ein "bundeseigenes deutsches Unternehmen, das laut Gesellschaftsvertrag (...) Dienstleistungen erbringt, um die (...) Energiewende auszugestalten und umzusetzen". (Wikipedia).

  • Oben rechts auf der DENA-Seite lädt immer die Lupe ein, Suchbegriffe einzugeben. "Einblasdämmung"? Fehlanzeige.

  • Die DENA hatte aber bisher noch keine Zeit, sich mit den hier nachfolgend beschriebenen Hindernissen zu befassen, und das wollen wir mit Eurer Hilfe ändern.

  • Wenn mehr Information über Einblasdämmtechnik im Umlauf wäre, müßten wir nicht immer wieder Kunden und deren Experten über die wissenschaftliche und technische Entwicklung der Einblasdämmtechnik seit den 1920ern aufklären.


Aber ist die Bundesregierung vielleicht schon selbst auf diese Ideen gekommen? Wieviel macht unser Beitrag aus im Verhältnis zum gesamten Klimaziel oder Vollzugsdefizit? Lesen Sie weiter unter "Klimapolitik der Bundesregierung".