Kontaktformular

Planung, Beratung und Umsetzung  0381-458 3187 


 Kosten und Finanzierung
 Allgemeines
 Wer wir sind
 Impressum
 Kundenbewertungen

Dampfdichte Flachdächer, Pappdächer

Wie geht Zwischensparrendämmung unter einem dampfdichten Pappdach?
Bei Ziegeldächern
versteht es jeder: innen halte ich mit einer Dampfsperre die feuchtwarme Luft fest, außen ist es diffusionsoffen. Die Dachneigung und die Fugen zwischen den Dachziegeln sorgen für genug Belüftung, eventuelle Feuchtigkeit kann abziehen.

Aber bei einem (immer diffusionsdichten) Flachdach? Der Planer plant dann wieder warmseitig eine Dampfsperre, diesmal eine besonders dichte, besonders gut verklebt, und darauf Mineralwollmatten (etwas anderes kennt er nicht). Manchmal auch auf den Matten eine Überlüftung, in der Dachhaut Pilzlüfter (wie hier im ersten Bild), dann hofft der Planer, die Feuchte fände so den Ausgang.

EINFACH NUR ÜBERALL DICHT... Fatalerweise galt nach der alten Fassung der Tauwasser-DIN 4108-3 ein Dach dann als "nachweisfrei" (d.h. "immer richtig"), wenn es an der Warmseite mit einer DampfSPERRE ausgerüstet ist, deren sd-Wert (Dichtheitsmaß) mindestens 100 m beträgt. Als Folge wurden jahrelang und werden bis heute Pappdächer mit Dampfsperren gebaut, mit verheerenden Schäden, meist nach Ablauf der 5 Jahre Gewährleistung auftretend, und fast immer werden die Feuchteschäden mangels besseren Wissens einer undichten Dachhaut angelastet. Daß eine Dampfsperre falsch sein muß, wenn auch die Außenseite dampfdicht ist, konnte man ab 1993 bei Robert Borsch-Laaks nachlesen. Immerhin dann schon 19 Jahre später im Jahr 2012 wurde in der Holzschutz-DIN 68800-2 das "Dampfsperren-Dogma" aufgehoben und eine Trocknungsreserve von 250 g/m² festgeschrieben, die auch an der Warmseite mit einer DampfBREMSE (sd-Wert unter 10 m) erreicht werden kann. Die Tauwassernorm DIN 4108-3 brauchte dann noch weitere 2 Jahre, bis 2014 auch hier die Erkenntnis in die Definition "nachweisfreier Dächer" Eingang fand.

DANN HALT BELÜFTET? Weil Dampfbremsen den Planern suspekt waren und ohnehin mit Mineralwolle nicht so gut funktionieren wie mit Zellulose, gab es noch einen anderen Notbehelf aus der Mineralwollwelt: die Überlüftung auf der Dämmschicht. Doch auch hier gibt es ein Problem: mit den großen Luftvolumina hat man das Risiko punktueller Kondensfeuchteansammlungen an der kältesten Stelle, mit den Durchdringungen hat man die Gefahr von Undichtigkeiten. Belüftung "lockt" auch immer - durch die unvermeidlichen Fehler in der Dampfsperre - feuchtwarme Innenluft in die Dämmschicht und bringt Zehnerpotenzen mehr Kondenswasser ein als durch Diffusion. Belüftung ist Kühlung der Dämmschicht. Belüftung ist technologische Steinzeit.

Wie geht es also richtig?

Die Antwort: Sie brauchen eine hohlraumfreie Verfüllung mit einem saugfähigen Dämmstoff, der im Winter das Wasser in seiner Zellstruktur einlagern kann und es so von den umliegenden Hölzern fernhält. Durch den Löschblatteffekt der Zellulose können punktuelle Feuchtekonzentrationen in der Dämmschicht nicht entstehen. Der Löschblatteffekt zieht die Feuchtigkeit auseinander und verteilt sie in alle Richtungen ("Dekonzentration"). Dadurch steigt die Porenluftfeuchtigkeit an der Warmseite der Dämmung. Wenn die Luftfeuchte in der Dämmschicht und im Wohnraum gleich ist, ist die Dampfdruckdifferenz Null und die Feuchtediffusion kommt zum Stillstand, und es kann sich an der Kaltseite nicht unbegrenzt Feuchtigkeit anreichern. Bei Mineralwolle funktioniert das mangels Sorbtion nicht, bei Zellulose ist das eine "Kernkompetenz". Dies ist seit über 20 Jahren in der Fachliteratur immer wieder belegt, und unsere eigenen Meßreihen mit Feuchtemeßpunkten in Zellulosedämmschichten unter diffusionsdichten Dächern bestätigen dies. Weil die Dachdeckerindustrie immer noch überwiegend mit Mineralwolle arbeitet, nimmt das unterschiedliche Verhalten von Zellulose und Mineralwolle dort bis heute kaum jemand zur Kenntnis. Das verursacht bei uns immer wieder erheblichen Überzeugungsaufwand vor allem gegenüber eingefahrenen "Fachleuten", führt aber auch zu Bauschäden mit Mineralwolle, an denen wir wiederum verdienen. Viel lieber allerdings würden wir mehr in der Erstausstattung arbeiten und weniger in der Sanierung.

Im Sommer gibt es unter einem schwarzen Pappdach für die Feuchte genügend Anlaß, in die Dampfphase zu gehen und das Weite zu suchen, wenn sie darf. Die Dämmschicht wird also in jedem Sommer wieder auf Null gestellt. Und zwar nach unten, durch die diffusionsvariable Dampfbremse und die diffusionsoffene Zimmerdecke wieder raus, so wie sie im Winter reingekommen ist. Was also in der Mineralwollwelt fatal ist (außen dicht & innen offen), das geht mit Zellulose, aufgrund des Löschblatteffektes.  Dampfsperren an der Warm- UND Kaltseite wären auch für Zellulose fatal (und für Mineralwolle sowieso). Die Feuchtemenge, die im Winter rein- und im Sommer wieder rausgeht, wäre dann zwar geringer, aber die Austrocknung nach unten wäre stark beeinträchtigt, so kann sich auch in einer Zellulosedämmung die Feuchte jedes Jahr weiter anreichern.

Gründach, beschattete Flachdächer: konsequenterweise funktioniert das eben gesagte nicht, wenn das Dach im Sommer von oben her nicht aufgeheizt werden kann, etwa weil es eine Schicht aus Pflanzensubstrat trägt oder von umliegenden Gebäuden oder Bäumen nachhaltig beschattet ist. Dann hilft nur eine AUFDACHDÄMMUNG z.B. aus geschlossenzelligem (somit feuchteunempfindlichen) Polystyrol (Styrodur) oder Polyurethan. Sinnvollerweise ist diese nicht nur an der Oberseite mit einer Bitumen- und ggf. auch einer Blechlage abgedeckt, sondern auch an der Unterseite der Dämmplatte mit einer zweiten Abdichtungsebene. Diese zweite Abdichtungsebene ist dann die eigentlich wichtige und zuverlässige, denn sie ist durch den Aufbau geschützt vor Alterung und Verschleiß: sie muß keine Temperaturschwankungen erleiden, ist keinem UV-Licht ausgesetzt und keinen mechanischen Störungen z.B. durch herabfallende Äste oder Schuhe und spitze Steine. Dadurch hält sie praktisch "ewig".
In der Praxis erweisen sich Mischformen (Auf- und Zwischensparrendämmung) als die Lösung für Dächer / Terrassen, bei denen man nach oben hin mit der Aufbauhöhe begrenzt ist (Austrittshöhe Terrassentür!), nach unten hin ein Midestmaß an Raumhöhe einhalten muß, aber geichwohl eine vernünftige Wärmedämmung braucht.

Löschblatteffekt: Zellulose schützt auch das Holz, indem es durch seine Saugfähigkeit lokale Feuchtekonzentrationen verhindert, wie auch die Bungalowdächer der 1960er und 1970er Jahre zeigen, die vollkommen ohne Dampfsperre auskommen. Es gibt immer noch Bauherren und Planer, die beruhigt denken "Mineralwolle und Styropor sind feuchteunempfindlich, das nehme ich". Wo geht die Feuchte dann hin? Richtig, sie geht ins Holz! Hier sieht man die Folgen. Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern.

Mit Zellulosedämmung und EINER diffusionsoffenen Seite, egal ob innen oder außen, schaffen Sie schlankere und sicherere Konstruktionen als mit Mineralwolle. Gerade bei Dachgeschoß-Ausbauten unter Pappdächern, wo man um jeden Zentimeter Raumhöhe kämpft. Die hier beschriebenen Eigenschaften und Prozesse sind nicht nur in der Fachliteratur belegt, wir habe sie auch praktisch mit Hilfe von Feuchtemeßpunkten überprüft. Mehr dazu im nächsten Kapitel, lesen Sie also weiter.
Flachdach dicht (pic)
Flachdach dicht (pic)
Flachdach dicht (pic)
Flachdach dicht (pic)
Feuchteschaden
Flachdach Kondenswasser
In der Vergangenheit gab es Engpässe bei PUR/PIR Dämmstoffen für Aufdachdämmungen (Flach- und Steildachdämmungen), die wiederum auf einen Engpaß bei der Produktion des Grundstoffs MDI zurückzuführen sind. Das spielt bei uns keine Rolle, da wir Zwischensparrendämmungen mit Zellulose ausführen. Fragen Sie uns, wir prüfen, ob Sie Ihr Dach auch mit Zellulose zwischen den Sparren dämmen können. Sie sparen damit nicht nur viel Geld, sondern auch Zeit.