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Kerndämmung in zweischaligem Mauerwerk

Wir dämmen Ihre zweischaligen Außenwände, indem wir sie mit Dämmstoff (z.B. Rigibead, JomaPerl oder Knauf SupaFil) verfüllen.

Was ist zweischaliges Mauerwerk?

Bei Häusern aus der Zeit von 1860 bis in die 1990er wurde oft "zweischalig" gebaut: ein 30 bis 34 cm dickes Mauerwerk besteht z.B. aus einer Außenschale mit 11,5 cm Dicke, 5 bis 8 cm Luftschicht und einer Innenschale mit 11,5 cm Dicke. Ab und zu wurde ein Stein quer eingebaut, um eine Verzahnung zwischen Innen- und Außenschale herzustellen, später verwendete man stattdessen auch Drähte als Verbinder. Von dieser Neuerung "mit Luftschicht" erhoffte man sich drei Vorteile: Materialersparnis; Schlagregenschutz; und - ja, auch damals schon - Wärmedämmung. Diese zweischalige Bauweise war sogar in der preußischen Bauordnung vorgeschrieben.

Haben Sie auch zweischaliges Mauerwerk? Mit einem Zollstock können Sie es selbst herausfinden. Wände, die entweder 32 - 34 cm oder 44 - 46 cm dick sind, können zweischalig sein. Irgendwo ist fast jedes alte Haus zweischalig.
 
Wandaufbau im Überblick:

1 - 2 cm Außenputz
11,5 cm Mauerwerk
7 - 8 cm Luftschicht
11,5 cm Mauerwerk
1 - 2 cm Innenputz

32 - 36 cm Gesamtstärke
Messen Sie an verschiedenen Stellen und auf verschiedenen Etagen. Vor dem eigentlichen Auftrag machen Sie oder wir eine Probe mit einem mind. 20 cm langen 10-mm-Bohrer. Bohren bis die Luftschicht kommt, Einstoßtiefe messen, 11,5 cm Steindicke und ggf. Putzstärke abziehen, dann hat man die Dicke der Luftschicht.
Zweischaliges Mauerwerk
Einblasdämmung Kernbohrung
Die vermeintliche Wärmedämmung beruht auf dem Irrtum der "ruhenden Luftschicht", der bis heute in vielen Bauunterlagen sein Unwesen treibt. Je größer der Temperatur-Unterschied zwischen der Innen- und der Außenschale, desto mehr bewegt sich die Luft im Spalt dazwischen, und trägt dabei die Kälte an die warme Seite und die Wärme an die kalte Seite. Gerade die "Warm-Kalt-Grenzen", also Außenwände und Dächer, die die Wärme im Haus und die Kälte draußen lassen sollen, haben die größte Bewegung in den Luftschichten und damit den Wärmeverlust. Die (warme) Innenschale wird ständig gekühlt und zieht damit Kondensfeuchte aus der warmen Innenraumluft an.

Soweit die Schwarzmalerei - es gibt ein "happy End": zweischaliges Mauerwerk läßt sich für rund 20 bis 30 €/m² dämmen und amortisiert sich in 6 bis 8 Jahren. Zum Vergleich: ein WDVS ("Wärmedämmverbundsystem", die vorgeklebten Dämmplatten) kostet in fertiger Arbeit 120 bis 180 €/m² und amortisiert sich in ca. 25 bis 30 Jahren. Wenn aber schon der Putz bröckelt, müßten Sie auch für eine herkömmliche Sanierung Geld ausgeben. Dann liegen die reinen MEHRkosten des WDVS ungefähr bei einem Drittel, also bei 40 - 60 €/m², dann lohnt es sich eher, die Fassade mit WDVS zu sanieren. Gleichwohl: zuerst muß die Hohlschicht verfüllt werden, wenn es eine gibt, damit das WDVS nicht kalt hinterlüftet wird.

Ein bauphysikalischer Irrtum mit langem Leben: Verfechter der offenen Luftschicht argumentieren, diese würde dämmen und die Feuchtigkeit ablüften. Ablüften von Feuchtigkeit geht aber nur durch die Zufuhr kalter trockner Außenluft in den Mauerspalt, diese Luft wird dann von der Innenschale aufgeheizt, kann dadurch Feuchte aufnehmen und muß dann an der Mauerkrone wieder ausströmen können. Also genau das Gegenteil dessen, was man unter Dämmung versteht. Außerdem wird durch Wanddiffusion nur ca. 3 bis 5% der entstandenen Feuchte überhaupt erst in den Luftspalt zugeführt, der Feuchtetransport ist also ein eher untergeordnetes Thema. Der Rest muß durch geöffnete Fenster ins Freie oder sucht sich die relativ kälteste Stelle an der Innenseite der Außenwand zum Kondensieren. Die Belüftung mag also auch Feuchte abführen, aber mehr noch erzeugt sie Feuchte durch Kälte und Kondensation. Viele zweischalig gemauerte Häuser funktionieren nur deshalb ohne Schimmelbildung, weil die Bewohner genug dagegen anheizen.

Heute verbesserungsfähig: In der Luftschicht liegt ein in jeder Hinsicht verborgenes Dämmpotential: Der U-Wert der Wand läßt sich mit den heute verfügbaren Materialien erheblich von 1,5 auf 0,4 W/m²k verbessern, indem der Hohlraum mit Polystyrol-Granulat oder einer watteähnlichen sehr feinen Mineralfaser ausgefüllt wird. Zu Kosten von ca. 20 €/m², gegenüber 60 bis 80 €/m² bei konventioneller Dämmung. Beim Ausblasen vorhandener Hohlräume genügt es nach der Energieeinsparverordnung (EnEV), wenn man die vorhandene Luftschichtdicke nutzt (Anlage 3 zu §§ 8 und 9 der EnEV 2014, Ziff. 1 Satz 4 und 5 für Außenwände, Ziff. 4 Satz 6 zweiter Halbsatz für Dächer und oberste Geschoßdecken, Ziff. 5 Satz 5 für Kellerdecken). Sie erfüllen mit dem sog. Einblasdämmprivileg die EnEV also auch dann, wenn Sie die eigentlich vorgeschriebenen Dämmstärken nicht erreichen!

Welche Dämmstoffe gibt es?

Polystyrolkügelchen (z.B. Rigibead oder JomaPerl) erreichen die Wärmeleitgruppe 0,033 W/mK - Sie müssen allerdings Vorkehrungen treffen, wenn später, z.B. bei einem Fenstertausch, das Mauerwerk geöffnet wird.

Seit 2013 auf dem Markt ist Knauf Insulation Supafil. Diese sehr feine watteähnliche weiße Glasfaser ist ausgesprochen verteilfreudig beim Einblasen, aber rieselt nicht mehr aus der Wand wenn sie einmal eingeblasen wurde und ist daher besonders geeignet für die Wände, die oben offen sind und bei Rigibead aufwendig oben abgestopft werden müssen. Das Material hat mit Glaswolle, wie wir sie bisher kannten, keine Ähnlichkeit mehr, sondern fühlt sich eher wie Angorawolle an. Es ist von Eurofins als gesundheitlich unbedenklich zertifiziert. Das Zertifikat öffnen Sie hier.

Für Sockelhohlräume (also unter einem EG-Fußboden mit z.B. 20 bis 40 cm Hohlraum darunter) gibt es noch ein Polystyrol-Recyclinggranulat, welches im Materialpreis weit günstiger ist, aber kein Zertifikat vom DIBT hat, d.h. auch keine gemessene Wärmeleitgruppe. Dieses eignet sich für größere Schichtdicken, wo der niedrige Materialpreis wichtiger und der Dämmwert weniger wichtig werden.
Zwei Dämmstoffe (pic)
Entkopplungseffekt: wenn Sie trotz Wärmedämmverbundsystem (die außen an der Fassade aufgeklebte Dämmschicht) zuviel Energie verbrauchen, liegt das möglicherweise an Wind im Luftspalt hinter der Dämmung. Übertrieben ausgedrückt, könnten Sie sich Ihre Dämmung dann auch in die Garage stellen. Es sei denn, Sie lassen auch den Luftspalt verfüllen. Damit aktivieren Sie gleichzeitig die Außendämmung und die neue Dämmschicht im Mauerspalt, wie Sie in der nachfolgenden Tabelle sehen:

Das Ergebnis in Zahlen: Dämmwerte früher und heute...

Wärmeleitgruppe (WLG):
Die Beschreibung der Wärmeleitfähigkeit eines Materials an sich, also unabhängig von seiner Schichtdicke. Zeichen Lambda; gemessen in W/mK, Watt/pro Meter und Kelvin.

Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert):
Die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils (Wand, Fenster, Decke) als Ergebnis der Wärmeleitfähigkeit (WLG) und der Dicke der jeweiligen Schicht. gemessen in W/(m²K), d.h. Watt pro Quadratmeter und Kelvin (bezogen auf den Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenseite einer Wand).

Die Werte in der folgenden Tabelle sind Näherungswerte. Die Außenwände eines Hauses haben nicht überall die gleiche Luftschichtstärke, im Sockelbereich gibt es Schuttverfüllungen, an den Fensterlaibungen Wärmebrücken und manche Innen- und Außenschalen sind mit Drähten verbunden (als Wärmebrücke zu vernachlässigen), manche mit Verbindersteinen (die eine Wärmebrücke darstellen und z.B. den Wert von 0,44 auf ca. 0,50 W/m²k verschlechtern).

Gleichwohl stellt die Kerndämmung einen qualitativen Sprung dar, angesicht des Ausgangswertes von ungefähr 1,5 W/m²k oder schlechter. Den Unterschied spüren Sie im Winter schon nach ca. 2 Stunden, sie können ihn als Temperaturanstieg an der Innenschale messen, und er macht sich bei der Heizkostenrechnung bemerkbar.
Mauerwerksstärke 26 cm
(massiv)
32 - 34 cm (zweischalig) 38 - 40 cm (massiv) 43 - 45 cm (zweischalig)
Schichtenaufbau (Steinmaß 24x11,5x7,1 cm, Putz und Mörtelfugen variieren stets um 1-2 cm) 1+11,5+1+11,5+1
oder 1+24+1
1+11,5+7+11, 5+1 1+24+1+11, 5+1 1+23+7+11, 5+1
Dämmwert (Wärmedurchgangskoeffizient, U-Wert) in W/(m²K) im Urzustand 2,1 1,5 1,6 1,3
Wenn mit Polystyrol verfüllt (WLG 0,033), beträgt der Dämmwert der Wand insgesamt: Keine Luftschicht zum Verfüllen 0,44 - 0,50 Keine Luftschicht zum Verfüllen 0,38 - 0,44
Zusätzlich mit 8 cm Wärmedämmverbundsystem, WLG 0,040 0,4 0,2 0,4 0,2
Mauerwerk mit Luftschicht
Wärmedämmverbundsystem (WDVS):
auf die Fassade werden Dämmplatten verklebt und gedübelt, die dann mit einem dünnen Armierungsputz als Wetterschale versehen werden. Wenn man vorsichtig dagegenklopft, klingt die Fassade hohl.

Beim Ausblasen vorhandener Hohlräume gilt das Einblasdämmprivileg der EnEV: es genügt, wenn ein bestehender Hohlraum vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird, auch wenn der "untermaßig" ist (Anlage 3 zu §§ 8 bis 10 der EnEV 2014, Ziff. 1 Satz 4 und 5 für Außenwände, Ziff. 4 Satz 6 zweiter Halbsatz für Dächer und oberste Geschoßdecken, Ziff. 5 Satz 5 für Kellerdecken).

Ergebnis:
Auch eine Wand, die bereits mit einem WDVS gedämmt ist, kann durch Einblasen von Dämmstoffen noch weiter verbessert werden (siehe obige Tabelle), bei einer 8er Dämmung z.B. von 0,4 auf 0,2. Da die ersten WDVS-Dämmungen oft deutlich dünner ausfielen (3 bis 6 cm), lohnt ein zusätzliches Verfüllen der Luftschicht um so mehr.

Wie wird die Dämmung eingeblasen?

In die Fassade werden auf jeder Etage knapp unterhalb der Geschoßdecke Öffnungen hergestellt; immer zwischen den Fenstern im Durchmesser von ca. 15 bis 30 mm. Die Löcher werden nach dem Verfüllen wieder fachgerecht und so "unsichtbar" wie möglich verschlossen. Wie sichtbar die Stellen bleiben, hängt (bei Klinkerfassaden) von der Farbe und Beschaffenheit der Ersatzklinker und der Mörtelfuge ab, bei Putzfassaden von Strukturunterschieden im Putz sowie von der Fassadenfarbe, die zum Ausbessern verwendet wird. Günstig ist es, wenn Sie noch Restbestände der Fassadenfarbe haben. Es gibt auch eine Möglichkeit, die aktuelle Fassadenfarbe einzuscannen und den durch Witterung und Umwelteinflüsse veränderten Farbton genau wiederherzustellen.

Kann ich mir das Fassadengerüst sparen? Kann ich wohnungsweise dämmen?

Ja, können Sie. Wenn im Bereich der Geschoßdecken die Luftschicht unterbrochen ist, ist es notwendig, auf jeder Etage gesondert Einblaslöcher zu bohren. Ob dies der Fall ist, ergibt sich oft erst bei der Ausführung.

Bei bewohnten Wohnungen und wenn kein Fassadengerüst vorhanden ist, werden in die Fensterlaibungen von außen 3 cm kleine Öffnungen gebohrt und mit einer 25-mm-Düse verfüllt. Staubentwicklung in den Wohnungen wird hiermit weitestgehend vermieden.

Welche Risiken gibt es?

Feuchtetransport von innen: durch Wanddiffusion geht nur ca. 3 bis 5% der wohnbedingt entstehenden Feuchte durch den Luftspalt, da Mauerwerk entsprechend dampfdicht ist (µ-Wert ca. 25, sd-Wert bei 12,5 cm Dicke der inneren Mauerschale = ca. 3 m Widerstand für den Feuchteeintrag, bei der Feuchteabfuhr durch die Außenschale kommt zur Diffusion in gleicher Größenordnung noch die kapillare Verteilung hinzu). Der Feuchtetransport in dieser Richtung spielt also absolut keine Rolle.

Feuchtetransport von außen nach innen: mit zweischaligem Mauerwerk verfolgte man zwei Ziele: Einsparung von Baumaterial (der Materialkostenanteil an den gesamten Baukosten war damals erheblich höher als heute!) und kapillare Trennung (Entkopplung) der wechselfeuchten, weil schlagregenbelasteten Außenschale von der trockenen Innenschale. Das mit der kapillaren Trennung klappte auch, nur die thermische Trennung klappte nicht, weil sich die Luft im Mauerspalt bewegt und die Wärme an die Außenschale und die Kälte an die Innenschale transportierte. Heute gibt es herstellerseits wasserabweisend ("hydrophobiert") ausgerüstetes Dämmaterial, das diese kapillare Trennung nicht abschwächt, sondern im Gegenteil noch verbessert. Zweischaliges Mauerwerk ist daher hinsichtlich Schlagregensicherheit immer besser als massives Mauerwerk, nach der Kerndämmung erst recht. Dennoch - auch eine Außenschale kann nur begrenzt Wasser vertragen. Sie sollte daher einen intakten Putz bzw. intakte Fugen aufweisen. Die Wasseraufnahme durch Schlagregen hängt ab von der Klimazone, dem Dachüberstand, der Himmelsrichtung und dem Zustand und der Beschaffenheit von Putz und Farbe an den Außenwänden. Zum Feuchtehaushalt bei zweischaligem Mauerwerk gibt es ein informatives Merkblatt vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik und einen Fachtagungsbericht vom Februar 2000.

Feuchteentstehung von innen: durch die kalte Hinterlüftung der Außenwände kondensiert die Raumfeuchte an den Außenwänden und Sie müssen dagegen "anheizen". Die Kerndämmung bewirkt, daß die Innenschale einer zweischaligen Außenwand wärmer wird, und damit aus den kondenswasserträchtigen kalten Temperaturzonen herauskommt.

Wärme- und Feuchteberechnungen vertieft

Was sagt eine Berechnung aus und was nicht?

 

Ein Energieberater / Architekt / Bauingenieur will wissen, ob er seinem Kunden guten Gewissens eine Kerndämmung anbieten kann und läßt das Bauteil durchrechnen. Die Berechnung für das gedämmte Bauteil weist Tauwasser an der Innenseite der Außenschale aus, in diesem Beispiel hier sind es 0,63 Liter/m² und eine Trocknungsdauer von 45 Tagen. Nur Tauwasser, noch kein Schlagregen, der käme noch dazu! Unser Fachmann rät ab und empfiehlt, die Wand so zu lassen wie sie ist, oder ein "Wärmedämmverbundsystem" (WDVS) aufzubringen, Kosten ca. 150 € pro Quadratmeter. "Schade, schade, die Kerndämmung hätte nur 30 bis 35 €/m² gekostet, aber wenn die Wände dann feucht werden, lassen wir es lieber ..."

Würde unser Fachmann die selbe Wand einmal im ungedämmten Originalzustand duchrechnen, würde er sich wundern: das Ergebnis ist eher noch schlimmer. Die Wand ist aber in der Praxis nicht "abgesoffen", sondern hat viele Jahre funktioniert, wenn auch mit hohen Heizkosten. Das hier vorherrschende Berechnungsverfahren nach Glaser zeigt nur die unmittelbaren Auswirkungen auf die Parameter Wasser und Temperatur, ohne saisonale Schwankungen und ohne Feuchte-Umverteilungen aufgrund der Saugfähigkeit des Materials. Das kann man mit anderen Verfahren (WuFi, = Wärme und Feuchte instationär) aufwendigst berechnen, man kann sie mit Meßreihen abbilden und irgendwann in seinem Erfahrungsschatz abspeichern. Die Praxis gibt dem WuFi-Verfahren jedenfalls Recht, nach einer Kerndämmung ist die Innenschale wärmer und trockener, die Außenschale als Wetterschale ist sowieso auf die (Wechsel-)Feuchtigkeit ausgerichtet, die kapillare Trennung zwischen Innen- und Außenschale funktioniert mit Kerndämmung besser als je zuvor.

Aber eine Glaser-Berechnung ist, wenn man sie richtig liest, durchaus wertvoll und aussagekräftig: sie zeigt, wie sich die Material- und Oberflächentemperaturen verändern und wo die Tauebene dann jeweils liegt. Hier ist für Sie eine solche Glaser-Berechnung, und hier haben wir sogar die Wärmebrücken aufgrund von Verbindersteinen und Fensterlaibungen berücksichtigt, siehe kleine Grafik mitte-unten. Wenn die innere und äußere Mauerschale nicht mit Verbindersteinen, sondern mit Drähten verbunden sind, entfallen diese Wärmebrücken und der U-Wert verbessert sich von 0,654 (hier rechtes Bild) noch weiter auf 0,44 - 0,50 W/m²k.

Manchmal hört man, selbst von Fachleuten, die Aussage "ist doch alles schöngerechnet, aber wenn man die Verbindersteine noch in die Berechnung einfließen lassen könnte, dann bliebe von der Wärmedämmung nichts mehr übrig". Doch, man kann die Verbindersteine in die Berechnung einfließen lassen, und auch dann noch reduziert sich der Wärmedurchgang um rund 55%, d.h. es geht nur noch 45% der Wärme durch im Vergleich zu "vor der Dämmung". Wenn Sie es selbst mit u-wert.net nachrechnen wollen: wir haben statt punktförmiger Wärmebrücken sogar durchgehende Mauerstege genommen, 11,5 cm breit, 1 m lichter Abstand zwischen den Stegen.
Zweischaliges Mauerwerk Vergleich (pic)
Weitere Einwände gegen Kerndämmung:
  • Grünbelag: Die Innenwände werden deutlich wärmer, Außenwände werden kälter. Dadurch entsteht rein theoretisch, wenn die Dämmung richtig funktioniert, außen ein leichter Hang zur Grünbelagsbildung durch Algen, wenn auch erheblich weniger als bei einem Wärmedämmverbundsystem. In der Praxis kennen wir das jedoch nicht. Das liegt in zweifacher Hinsicht am Speichervolumen einer Mauerschale, das erheblich größer ist als das einer armierten Dünnputzschicht, und zwar sowohl in bezug auf Solarwärmespeicherung als auch hinsichtlich der Feuchtespeicherung und -verteilung. Ein Neuanstrich auf einer Putzfassade sollte aber, wenn er dann "dran" ist, nicht mit einer Silikatfarbe, sondern mit einer Siliconharzfarbe ausgeführt werden, z.B. mit der Miropan-Serie von Alligator. Die schützt vor frühzeitigem Algen- und Pilzbefall, ist diffusionsoffen für Feuchte von innen und dennoch schlagregendicht. Sie zerstört die Algen "photokatalytisch" und nicht mit Gift.
  • Des weiteren können - je nach Beschaffenheit der Fassade insgesamt, insbesondere der Putzstruktur und Farbe - die 1,5 bis 3 cm großen Einblaslöcher auch nach Wiederverschluß noch erkennbar sein. Die Löcher sind jedoch so klar umgrenzt, daß sie nach Wiederverschluß selbst bei Erkennbarkeit nicht negativ auffallen.
  • Feuchtigkeit und Schimmel im Haus: die gedämmten Bereiche werden innen wärmer. An den wärmeren Innenflächen der Außenwände kann kein Wasser aus der feuchtwarmen Innenluft mehr auskondensieren. Das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel im Haus wird durch die Dämmung daher deutlich und meßbar vermindert.
  • Wärmebrücken: Durch die Kerndämmung werden Wärmebrücken, z.B. durch Fensterstürze oder Schuttansammlungen im Sockelbereich, natürlich nicht mitgedämmt. Die gedämmten Bereiche werden innen wärmer, die massiven Bereiche bleiben kalt, und der Kontrast zwischen warm und kalt verstärkt sich. Gleichwohl kann der weitaus größere gedämmte, wärmere Teil der Innenschale mehr Feuchtigkeit von den kalten Bereichen (Fensterstürze, Laibungen) aufsaugen. Bisher haben wir deshalb bei über 200 gedämmten Häusern noch nicht ein Haus gehabt, bei dem dies zu Kondensation und Schimmel geführt hätte, und wir fragen aktiv nach. Es ist aber immer richtig, im Winter die Luftfeuchtigkeit im Hause zu beobachten und unter 60% zu halten. Laden Sie sich hier unser Merkblatt Heizen und Lüften herunter, die darin enthaltenen Empfehlungen sind bei vielen Mieterberatungen meßtechnisch bestätigt worden.

Gebäudespalt / Grenzwände ausfüllen

Nicht-verfüllte Gebäudespalten sind ein Schall- und Wärmeproblem.

  • "Ist doch eine Warm-Warm-Grenze, die Fassadendämmung hält die Wärme drin, und gut is" - so haben alle unsere Kunden zuerst gedacht, aber von irgendwo her (Keller, Dach) kommt immer Kaltluft. Der großflächige durchgehende Luftraum läßt Kaltluft zirkulieren und kühlt die Grenzwände aus.
  • Für Luftschall wirkt der Spalt als Resonanzraum. Die Körperschallübertragung ist zwar durch den Luftspalt gestoppt, das wird aber oft durch eine durchgehende Fassadendämmung "nachgeholt".

Wie geht´s richtig: Der Spalt muß mit Steinwollflocken oder Knauf SupaFil verfüllt werden. Nur Mineralfaserflocken sind elastisch genug, um keine Schallbrücke zu erzeugen, sondern im Gegenteil den Schall zu dämpfen, und nur Steinwollflocken haben den Schmelzpunkt über 1.000°C. Wenn im Kellerbereich Grundwasser steht, muß eine kapillarbrechende Schicht aus Schaumglasschotter als Sockel eingebracht werden.

Eine durchgehende Fassadendämmung sollte mit einem ca. 10 mm breiten Trennschnitt unterbrochen werden, der dann mit einem dauerelastischen PU-Dichtstoff wie z.B. SikaFlex ausgefüllt wird.
Gebäudespalt in Frankfurt 1
Gebäudespalt in Frankfurt 2
Gebäudespalt in Frankfurt 3
Gebäudespalt in Würzburg
Gebäudespalt in Würzburg
 
Gebäudespalt in Mainz 1
Gebäudespalt in Mainz 2
Gebäudespalt in Mainz
 

Woher wissen wir, daß wir alle Hohlräume verfüllt haben?

Am Gesamtbild aus Geräusch, Materialfluß am Schlauchende vor der Düse, Materialverbrauch und Probebohrungen (Stichwort "Erfahrung") merken wir schon bei der Arbeit, ob und wann ein Fach voll ist. Wenn es kalt genug ist, lassen Sie ein Thermographiebild machen. PS-Kügelchen fließen wie Wasser in alle Hohlräume und können auch ca. 1,50 m hoch gedrückt werden. Wir demonstrieren dies gerne an einem Wandmodell (eine Seite Plexiglas), demnächst gibt es hier ein Filmchen dazu.