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Holzrahmenbau

(auch Holzriegelbau, Holztafelbau oder Holzständerbauweise)

Im Prinzip handelt es sich hier um Fachwerkwände, bei denen aber die Gefache nicht mit Steinen, sondern mit Dämmstoffen gefüllt werden. Die Aussteifung erfolgt dann über die Beplankung - an der Innenseite meist mit einer (dampfbremsenden) OSB-Platte, an der Außenseite mit einer (diffusionsoffenen) Holzweichfaserplatte, die dann noch verputzt oder mit Holz oder Fassadenplatten verkleidet werden kann. Die Innenseite kann mit Gipskarton verkleidet werden. Die Wände haben damit innen eine "putzartige" Oberfläche, der Gips bringt zusätzlichen Brandschutz, und dank der OSB-Platte dahinter können Sie Bilder, Regale, Schränke einfach mit Holzschrauben befestigen und müssen nicht dübeln.

Vorteile: kürzere Bauzeiten durch schnellere Montage und entfallende Trocknungszeiten, besserer winterlicher und sommerlicher Wärmeschutz, besserer Schallschutz, angenehmes Raumklima, erheblich weniger Energieverbrauch bei der Herstellung der Ausgangsmaterialien. Und noch einen Vorteil hat diese Bauweise, lesen Sie weiter ...

Die nachfolgenden Bilder stammen aus einer Berliner Schule, die wir gedämmt haben:

Holzrahmenbau Neubau 1 (pic)
Holzrahmenbau Neubau 2 (pic)
Holzrahmenbau Neubau 3 (pic)
Holzrahmenbau 1 (pic)

Perfekt für Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude, und für die städtebauliche Aufstockung und Nachverdichtung.

In vielen Großstädten mit angespanntem Wohnungsmarkt, wie z.B. Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München oder Stuttgart, setzt man für den Wohnungsbau auf städtebauliche Nachverdichtung. In anderen Worten: bestehende Gebäude werden aufgestockt. Mit dem Überschuß aus dem Verkauf oder der Vermietung der neuen Etagen wird oft die Sanierung der Altsubstanz und der Anbau von Aufzügen teilfinanziert.

Holz ist ca. 5 x leichter als Stein, und so wird in der Aufstockung die Trägersubstanz des Altbaus weniger belastet. Zusammen mit den übrigen Vorteilen (siehe oben, erster Abschnitt) führt dies dazu, daß der Holzrahmenbau sich über kurz oder lang  durchsetzen wird. Heute werden solche Wandelemente individuell geplant, dann fabrikmäßig auf CNC-Abbundmaschinen in einer Halle hergestellt und per Tieflader auf die Baustelle geschafft - also mit allen Kostenvorteilen industrieller Fertigung, aber mit individuellem Zuschnitt.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, fragen Sie uns. Wir kennen (aus der Zusammenarbeit als Einblasdämmer) viele Zimmereien und Fertighaushersteller, die im Holzrahmenbau zuhause sind, und helfen Ihnen gern, einen passenden Betrieb zu finden. Die nachfolgenden Bilder stammen aus einer aktuellen Aufstockung auf einer Wohnanlage aus den 1960ern.
Holzrahmenbau Aufstockung 1 (pic)
Holzrahmenbau Aufstockung 2 (pic)
Holzrahmenbau Aufstockung 3 (pic)

Werksverfüllung oder auf der Baustelle?

Einige Hersteller füllen die Wände schon in der Fabrik mit Glaswolldämmung. Auch eine Zellulosefüllung ist möglich - entweder fabrikmäßig eingebracht oder nach Montage auf der Baustelle. Zellulose ist etwas teurer, bringt aber einen besseren sommerlichen Wärmeschutz, besseren Schallschutz, besseren Brandschutz sowie eine bessere Feuchtetoleranz.

Sie als Bauherr entscheiden, womit gedämmt wird. Wenn Sie nichts sagen, bekommen Sie im Regelfall immer noch Glaswolle. Wenn Sie Zellulose wünschen, bekommen Sie Zellulose. Schicken Sie Ihrem Anbieter den Link auf diese Seite, falls der uns noch nicht kennt. Am wichtigsten ist die Zellulosedämmung im Dach, und da ist sie auch am einfachsten nachträglich einzubringen.

Um zu vermeiden, daß auf dem Transport zur Baustelle durch die Rüttelbewegungen Setzungen auftreten und Lücken in der Dämmung entstehen, lassen manche Zimmereien ihre Elemente erst nach der Montage auf der Baustelle dämmen. Weiterer Vorteil von leeren Elementen und Verfüllung erst nach Montage ist, daß sie leichter sind und der Kran damit eine höhere seitliche Reichweite hat. Bei einem Element mit z.B. 20 m² Fläche macht die Differenz zwischen verfüllt und unverfüllt ca. 200 kg aus.

Möglich ist es auch, die Elemente in der Halle zu verfüllen und die Qualitätskontrolle / Nachverfüllung dann nach dem Aufstellen der Elemente durch einen Einblasdämmbetrieb wie den unseren ausführen zu lassen. Aber dann lieber gleich die Erstverfüllung mit Zellulose. Die folgenden Bilder zeigen eine Reparaturmaßnahme, "planen" sollte man solch einen Materialmix nicht.
Holzrahmenbau Lücke 1 (pic)
Holzrahmenbau Lücke 2 (pic)
Holzrahmenbau Lücke 3 (pic)

Stand und Ausblick: Kühn, aber kalkuliert - Hochhäuser und weitgespannte stützenlose Hallen im Holzbau.

Die Fortschritte im Holzrahmenbau fanden in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich auf drei Gebieten statt:
  • Bei der sicheren Planung von Anschlußdetails ging es darum, den "konstruktiven Holzschutz" zu perfektionieren, also um die konstruktive Vermeidung von Kältebrücken & Kondenswasser, Schlagregen und aufsteigende Feuchte. Das Gegenstück zu "konstruktivem Holzschutz" ist "chemischer Holzschutz", einer kurzen, aber folgenschweren Verirrung aus den 1950er bis 1970er Jahren, die aber spätestens in den 90er Jahren überwunden war. Ab dann war in der Fachwelt der "konstruktive Holzschutz" wieder das Maß aller Dinge, und schon "wenig später" 2012 fand er Eingang in die Holzschutz-DIN 68800-2, und 2014 in die Tauwasser-DIN 4108-3.

  • Fortschritte gab es auch im Bereich der Statik und des Brandschutzes. Aktuell wird in Wien ein Holz-Hochhaus (das "HoHo") mit 24 Stockwerken und 84 m Höhe errichtet, in London befindet sich der 300 m hohe Oakwood Timber Tower in Planung. Für den stützenlosen Hallenbau ermöglichen Träger aus Brettschichtholz kühne Spannweiten, die im Stahlbetonbau wegen des hohen Eigengewichtes von Stahlbeton nicht mehr möglich sind. Ab einer gewissen Länge / Spannweite des Trägers gibt es nämlich eine physikalische Grenze, bei der das zunehmende Eigengewicht des Trägers nicht mehr mit einer Verstärkung desselben aufgefangen werden kann. Und diese Grenze ist bei Holz (Dichte ca. 350 kg/m³) wesentlich weiter als bei Stahlbeton, der mit ca. 1.800 kg/m³ ungefähr 5 mal so schwer ist, aber nicht 5 mal so tragfähig.

  • Im Brandfall verhält sich Holz als Bauteil sicherer als ungeschützter Stahl. Stahl wird bei Erwärmung weich, Holz verformt sich so gut wie nicht und brennt langsam und kontrolliert ab, mit einer Rate von 0,8 mm pro Minute bei Nadelholz bis zu 0,55 mm/min bei Laubholz. Durch das Verkleiden von Holzteilen mit Gipsfaserplatten kann der Beginn des substanzmindernden Abbrandes zudem fast beliebig verzögert werden. Alle tragenden Teile werden so berechnet, daß sie innerhalb der Rettungszeiten ihre Standfestigkeit nicht verlieren. Sehen Sie sich dazu auch hier unsere Brandschutzseite an, mit einem Film über ein Brandexperiment, bei dem drei Holzhäuser angezündet wurden: eines mit Glaswolle gedämmt, eines mit Zellulose und eines ohne Dämmung.

Inzwischen kann man den "modernen Holzbau" als "weitestgehend ausgeforscht" bezeichnen, jedenfalls wenn man ihn den Konstrukteuren und Zimmereien überläßt, die sich damit ernsthaft beschäftigen. Gebäude im Holzrahmenbau sind somit mindestens genau so haltbar wie solche aus Stahlbeton und / oder Mauerwerk. Die nächsten 30 Jahre müssen diese Erkenntnisse nur noch als Bewußtseinswandel in die Köpfe von Politikern, Bauämtern, Bauherren und einem Teil der Architektenschaft eindringen.