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Kerndämmung in zweischaligem Mauerwerk

Wir dämmen Ihre zweischaligen Außenwände, indem wir sie mit Dämmstoff (z.B. Rigibead, JomaPerl oder Knauf SupaFil) verfüllen.

Was ist zweischaliges Mauerwerk?

Bei Häusern aus der Zeit von 1860 bis in die 1990er wurde oft "zweischalig" gebaut: ein 30 bis 34 cm dickes Mauerwerk besteht z.B. aus einer Außenschale mit 11,5 cm Dicke, 5 bis 8 cm Luftschicht und einer Innenschale mit 11,5 cm Dicke. Ab und zu wurde ein Stein quer eingebaut, um eine Verzahnung zwischen Innen- und Außenschale herzustellen, später verwendete man stattdessen auch Drähte als Verbinder.

Von dieser Neuerung "mit Luftschicht" erhoffte man sich drei Vorteile: Materialersparnis; Schlagregenschutz; und - irrtümlicherweise - Wärmedämmung. Diese zweischalige Bauweise war sogar in der preußischen Bauordnung vorgeschrieben.
 
Wandaufbau im Überblick:

1 - 2 cm Außenputz
11,5 cm Mauerwerk
7 - 8 cm Luftschicht
11,5 cm Mauerwerk
1 - 2 cm Innenputz

32 - 36 cm Gesamtstärke

Warum ist das interessant?

Zweischalig gemauerte Außenwände sind im Originalzustand echte Energieverschwender, und seit die Ofenheizungen durch Zentralheizung ersetzt wurden, sind sie zudem besonders schimmelanfällig.

Dafür sind sie aber besonders preiswert nachträglich zu dämmen. Der Hohlraum ist schon da, man braucht kein Gerüst, keinen neuen Außenputz, Fensterbänke, Dachüberstand, Verblechung - alles, was die aufgeklebten Dämmplatten (WDVS, "Wärmedämmverbundsystem", die vorgeklebten Dämmplatten) so teuer macht, ist hier nicht erforderlich. Äußerlich ändert sich bei der Kerndämmung nichts.
Zweischaliges Mauerwerk
Einblasdämmung Kernbohrung

Wie erkenne ich zweischaliges Mauerwerk?

Mit einem Zollstock in einer Fenster- oder Türlaibung können Sie es selbst herausfinden. Oft ist es auch im Grundriß eingetragen, aber nicht immer. Wände, die entweder 32 - 34 cm oder 44 - 46 cm dick sind, können zweischalig sein. Irgendwo ist fast jedes alte Haus zweischalig.

Messen Sie an verschiedenen Stellen und auf verschiedenen Etagen. Vor dem eigentlichen Auftrag machen Sie oder wir eine Probe mit einem mind. 20 cm langen 10-mm-Bohrer. Bohren bis die Luftschicht kommt (der Bohrer "fällt" in die Luftschicht), Einstoßtiefe messen, 11,5 cm Steindicke und ggf. Putzstärke abziehen, dann hat man die Dicke der Luftschicht. Wenn Sie nicht senkrecht in die Hohlschicht bohren, sondern an einer Ecke längs in die Luftschicht der von Ihnen "fliehenden" Wand bohren, können sie noch besser durch Stochern ermitteln, ob die Hohlschicht wirklich leer ist.

Aber Luft dämmt doch auch!?

Die vermeintliche Wärmedämmung beruht auf dem Irrtum der "ruhenden Luftschicht", der bis heute in vielen Bauunterlagen sein Unwesen treibt. Je größer der Temperatur-Unterschied zwischen der Innen- und der Außenschale, desto mehr bewegt sich die Luft im Spalt dazwischen, und trägt dabei die Kälte an die warme Seite und die Wärme an die kalte Seite. Gerade die "Warm-Kalt-Grenzen", also Außenwände und Dächer, die die Wärme im Haus und die Kälte draußen lassen sollen, haben die größte Bewegung in den Luftschichten und damit den Wärmeverlust. Die (warme) Innenschale wird ständig gekühlt und zieht damit Kondensfeuchte aus der warmen Innenraumluft an.

Ein bauphysikalischer Irrtum mit langem Leben: Verfechter der offenen Luftschicht argumentieren, diese würde dämmen und die Feuchtigkeit ablüften. Ablüften von Feuchtigkeit geht aber nur durch die Zufuhr kalter trockner Außenluft in den Mauerspalt, diese Luft wird dann von der Innenschale aufgeheizt, kann dadurch Feuchte aufnehmen und muß dann an der Mauerkrone wieder ausströmen können. Also genau das Gegenteil dessen, was man unter Dämmung versteht. Außerdem wird durch Wanddiffusion nur ca. 3 bis 5% der entstandenen Feuchte überhaupt erst in den Luftspalt zugeführt, der Feuchtetransport ist also ein eher untergeordnetes Thema. Der Rest muß durch geöffnete Fenster ins Freie oder sucht sich die relativ kälteste Stelle an der Innenseite der Außenwand zum Kondensieren. Die Belüftung mag also auch Feuchte abführen, aber mehr noch erzeugt sie Feuchte durch Kälte und Kondensation. Viele zweischalig gemauerte Häuser funktionieren nur deshalb ohne Schimmelbildung, weil die Bewohner genug dagegen anheizen.

Heute verbesserungsfähig: In der Luftschicht liegt ein in jeder Hinsicht verborgenes Dämmpotential: Der U-Wert der Wand läßt sich mit den heute verfügbaren Materialien erheblich von 1,5 auf 0,4 W/m²k verbessern, indem der Hohlraum mit Polystyrol-Granulat oder einer watteähnlichen sehr feinen Mineralfaser ausgefüllt wird. Zu Kosten von ca. 20 €/m², gegenüber 60 bis 80 €/m² bei konventioneller Dämmung. Beim Ausblasen vorhandener Hohlräume genügt es nach der Energieeinsparverordnung (EnEV), wenn man die vorhandene Luftschichtdicke nutzt (Anlage 3 zu §§ 8 und 9 der EnEV 2014, Ziff. 1 Satz 4 und 5 für Außenwände, Ziff. 4 Satz 6 zweiter Halbsatz für Dächer und oberste Geschoßdecken, Ziff. 5 Satz 5 für Kellerdecken). Sie erfüllen mit dem sog. Einblasdämmprivileg die EnEV also auch dann, wenn Sie die eigentlich vorgeschriebenen Dämmstärken nicht erreichen!

Aufgrund der niedrigen Dämmklosten amortisiert sich die Kerndämmung in 6 bis 8 Jahren. Zum Vergleich: ein WDVS ("Wärmedämmverbundsystem", die vorgeklebten Dämmplatten) kostet in fertiger Arbeit 120 bis 180 €/m² und amortisiert sich in ca. 25 bis 30 Jahren. Wenn aber schon der Putz bröckelt, müßten Sie auch für eine herkömmliche Sanierung Geld ausgeben. Dann liegen die reinen MEHRkosten des WDVS ungefähr bei einem Drittel, also bei 40 - 60 €/m², dann lohnt es sich eher, die Fassade mit WDVS zu sanieren. Gleichwohl: zuerst muß die Hohlschicht verfüllt werden, wenn es eine gibt, damit das WDVS nicht kalt hinterlüftet wird.